Bewilligungen April 2015

50'000 Franken für Frauen als Kleinunternehmerinnen in der Landwirtschaft, Tansania (Helvetas)

Der Zentralkorridor, in dem die Provinz Singida liegt, gehört zu den ärmsten Regionen Tansanias. Dies hat einerseits mit seiner verkehrs- und infrastrukturtechnisch schlechten Lage zu tun und andererseits mit langen Trockenzeiten und wiederkehrenden Dürren. Mit dem angefragten Geldbetrag möchte man für 2‘500 Frauen und deren Familien in der Region mit einem innovativem Ansatz ökonomische Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Gemüsebäuerinnen- und -bauern erhalten Zugang zu den Absatzmärkten und produzieren mehr und qualitativ bessere Ware. Nachernteverluste können massiv reduziert werden und mittels Verarbeitungszentren vergrössern sie ihr Produktesortiment. In Spar- und Kreditgruppen erweitern die Gemüsebäuerinnen und -bauern ihr betriebswirtschaftliches Wissen und entwickeln sich zu Kleinunternehmerinnen. Das Projekt stärkt mit seinem Ansatz die Frauen und Familien in der Gemeinschaft.


30'000 Franken für medizinische Hilfe für die Menschen in Massakory, Tschad (Médecins sans frontières)

Die Mutter- und Kindsterblichkeit in Tschad gehört zu den höchsten der Welt. Vor allem der Bezirk Massakory leidet unter weit verbreiteter Armut und einem sehr begrenzten Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Das Projekt hat zum Ziel, die Sterblichkeit von Kindern in der Region zu senken, mit einem besonderen Fokus auf Durchfallerkrankungen und Mangelernährung sowie durch Soforthilfe bei Epidemien. Schrittweise wird das Projekt an das tschadische Gesundheitsministerium übergeben, damit sich MSF Ende Dezember 2015 aus der Region zurückziehen kann.


30'000 Franken für Stopp Malaria in Ostafrika, Kenia/Äthiopien (Biovision)

Jedes Jahr sterben laut Schätzungen hunderttausende Menschen an der Tropenkrankheit Malaria, die meisten davon in Subsahara-Afrika. Die Bekämpfung der Mücke, also des Malariaüberträgers, ist eine erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung von Malaria in afrikanischen Ländern. Es ist von zentraler Bedeutung für die Bekämpfung von Malaria, dass die betroffene Bevölkerung über den Zusammenhang zwischen den übertragenden Mücken und der Krankheit informiert ist. Diesbezügliche Massnahmen umfassen sowohl die Sensibilisierung der Bevölkerung, als auch die Ausbildung von Gesundheitsfachleuten und lokalen Organisationen, damit diese die integrierte Malariabekämpfung und die Eliminierung oder Behandlung von Mücken-Brutstätten koordinieren können. Ziel des Projektes ist es ausserdem, die Verwendung und Erforschung von Biopestiziden zu etablieren.
 

20'000 Franken für eine Schulhauskonstruktion für Sekundarschüler/innen, Guatemala (Solidaridad Sin Fronteras)

Die Dorfbewohner von El Rancho möchten ihren heranwachsenden Jugendlichen die Chance bieten, nach der Primarschule sich mit einer weiteren Grundausbildung Wissen und Werkzeug anzueignen, damit es ihnen möglich ist eine Berufsausbildung zu absolvieren. Für die Jugendlichen des 2000 Einwohner-Dorfes steht kein eigenes Schulgebäude zur Verfügung. Bis anhin teilen sich Primar- und Sekundarschüler eine Räumlichkeit. Durch den Bau des Schulhauses wird ca. 65 Kindern – welche aktuell das letzte Jahr der Grundschule besuchen – ermöglicht, die Sekundarschule absolvieren zu können. Jugendliche, die eine gute Schulbildung erhalten, haben einen positiven Effekt auf die weiteren heranwachsenden Kinder. Sie können beweisen, dass eine gute Ausbildung Wege ermöglicht, die aus der Armut und Aussichtslosigkeit führen können.

40'000 Franken für ein Familienstärkungsprojekt, Nicaragua (Stiftung SOS-Kinderdorf)

Nicaragua, das zweitärmste Land der westlichen Hemisphäre, leidet nebst der wirtschaftlichen prekären Situation, nach wie vor an den Auswirkungen des Bürgerkrieges. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind in jeder Hinsicht die Leidtragenden. Das SOS-Familienstärkungsprogramm zur Vermeidung der Zerrüttung von Familien bildet das Herzstück der Arbeit des Projektes in der Region Esteli. Die Angebote umfassen Tagesbetreuung für Kinder, damit Mütter ihre Kinder in professioneller Obhut lassen können, während sie zur Arbeit gehen, sowie verschiedene Schulungen für Eltern aus den umliegenden Gemeinden. Kinder ohne elterliche Fürsorge finden in den SOS-Familien ein Zuhause. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule werden bis zu 1‘700 Schülerinnen und Schüler aus den umliegenden Gemeinden in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.


50'000 Franken für ein Trinkwassersystem für San Carlos, Ecuador (Fundation Suiza Para Los Indigenas del Ecuador)

Tungurahua ist die kleinste Provinz von Ecuador, sie liegt im zentralen Hochland. Vor über 25 Jahren wurde ein Trinkwassersystem durch die örtlichen Behörden installiert, welches heute aber nur einem Teil der Bevölkerung zur Verfügung steht und in den Bereichen Wasserfassung und -verteilung Mängel aufweist. Zudem sind nicht mehr alle Leitungen dicht, so dass kostbares Trinkwasser verloren geht. Mit dem angefragten Geldbetrag möchte man für 90 Familien das Trinkwassersystem erneuern und erweitern, so dass die gesamte Bevölkerung in den Genuss von sauberem und keimfreiem Trinkwasser kommt.


30'000 Franken für natürliche Felsbecken werden zu Wasserreservoirs ausgebaut, Sudan (Caritas)

Nach Durchführung einer Studie von Caritas gemeinsam mit dem südsudanesischen Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung, wurden fünf Gemeinden für eine technische Planungsstudie ausgewählt. Kriterien für die Auswahl waren der Bedarf an Wasser, die technische Machbarkeit sowie die Bereitschaft der Gemeinde sich am Projekt zu beteiligen. Ziel des Projekts ist es, durch den Bau von Latrinen und Regenwasserreservoirs, sowie der Durchführung von Hygieneschulungen, die Gesundheitssituation und Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. Die Bevölkerung nutzte bereits früher natürliche Felsbecken zur Wasserspeicherung. Diese Becken sollen nun mit relativ wenig Aufwand vergrössert und ihre Speicherkapazität somit massiv erhöht werden. Zudem werden Verteilersysteme angeschlossen, um den Aufwand des Wassertransportes zu minimieren. Um die Siedlungshygiene weiter verbessern zu können, werden parallel zum Bau der Wasserreservoirs interessierte Familien in der Einrichtung von Hauslatrinen geschult.
 

30'000 Franken für Reintegration von Strassenkindern in ihre Familien und die öffentliche Schule, Äthiopien (Sport – The Bridge)

Das Ziel ist es, Strassenkindern in Addis Abebe zu ermöglichen, durch die Reintegration in ihre Familien und die öffentliche Schule den Weg zurück in die Gesellschaft und in eine Zukunft mit Perspektiven zu finden. Zur Reintegration werden die beiden Mittel Sportpädagogik und Familienarbeit eingesetzt, welche durch das Angebot von gesundem Essen, sowie Zugang zu medizinischer Versorgung, Hygiene und schulischer Grundbildung ergänzt werden. Das Programm verläuft in zwei Phasen: Kinder, die auf der Strasse leben, besuchen zu Beginn täglich das Programm, mit dem Ziel nach maximal einem Jahr wieder zu Hause zu schlafen, im familiären Rahmen zu leben und zu Beginn des neuen Schuljahres wieder in die öffentliche Schule eingeschrieben zu werden.
 

50‘000 Franken für Gesundheit und Entwicklung für die Landbevölkerung, Togo (IAMANEH)

In Togo stirbt eines von sechs Kindern vor dem fünften Lebensjahr. Malaria, Durchfallerkrankungen und Mangelernährung bilden die wichtigsten Gründe dieser hohen Kindersterblichkeitsrate. Das Gesundheitszentrum von Elémé spielt in dieser abgeschotteten Gegend Togos eine wichtige Rolle. Neben dem Betrieb des Gesundheitszentrums führt die Partnerorganisation AFAD Informations- und Sensibilisierungsaktivitäten in den Dörfern durch. Durch Kochkurse, Impfungen und Informationen zur Familienplanung werden Frauen mit ihren Kindern erreicht und betreut. Das Gesundheitszentrum wurde aufgrund einer Initiative der Bevölkerung gegründet und wird teilweise (30 Prozent) von ihr finanziert. Die aktuelle Projektphase hat zum Ziel, die Dienstleistungen des Zentrums zu stärken und zu institutionalisieren sowie mit Aktionen und Projekten zu verbinden, welche darauf abzielen, dass die Dorfgemeinschaften sich für eine allgemeine Entwicklung ihrer Region einsetzen. Dies sollte als Folge wiederum einen positiven Einfluss auf die medizinische Versorgung haben.
 

30'000 Franken für Flüchtlingskinder im Libanon (Schweizerische Stiftung des Internationalen Sozialdienstes)

Safe Parks sind mobile Spielplätze, die zu regelmässigen Zeiten an verschiedenen Orten in Betrieb sind. Das Projekt soll in einer unsicheren Umgebung sichere Orte für Kinder bereitstellen und damit deren Lebensbedingungen im Kriegs- und Krisengebiet Syrien/Libanon nachhaltig verbessern. Die Kinder in den Safe Parks werden von lokalen Fachleuten (Animatoren, Psychologen, Sozialarbeitern und Pädagogen) betreut. Langfristig hat das Projekt zum Ziel, den Kindern beim Wiederaufbau von verloren Familienkontakten zu helfen sowie bei der Suche nach einer geeigneten Betreuung/Familie zu unterstützen. Des Weiteren soll den traumatischen Erlebnissen von Kindern durch fachliche Betreuung in der Region unterstützend und präventiv entgegengewirkt werden, damit psychologische Langzeitschäden möglichst verhindert werden können. Zudem möchte man bereits erarbeitete und bewährte Kooperationen mit Partnern im Libanon und in Syrien stärken.
 

35'000 Franken für die Befreiung von Mädchen aus der Prostitution, Haiti (Terre des hommes Kinderhilfe)

Das Erdbeben im Jahr 2010 hatte für die Bevölkerung von Haiti weitreichende Folgen. Aufgrund der sozialen Auswirkungen sind vor allem junge Mädchen den Gefahren von Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Viele von ihnen sind seit der Naturkatastrophe verwaist und sehen die Prostitution als einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Hauptziel des Projektes ist es, die Mädchen aus dem Milieu der Prostitution herauszuholen und ihnen durch das Angebot an Weiterbildung eine alternative Tätigkeit zu ermöglichen. Dabei stehen ebenfalls die Zusammenarbeit und die Wiedervereinigung mit der Familie im Zentrum, sofern dies möglich ist.
 

20'000 Franken für Konfliktlösung durch Fussball, Kolumbien (Scort Foundation)

Das Programm nutzt die verbindende Kraft und die Werte des Fussballs, um einen Beitrag zur Ausbildung von jungen benachteiligten Menschen zu leisten und deren Entwicklung nachhaltig zu fördern. Ziel des Projektes ist es, junge Menschen zu qualifizierten Kinderfussballtrainern und Vorbildern auszubilden und sie für ein soziales Engagement mit benachteiligten Kindern zu inspirieren. Im Rahmen ihrer Ausbildung zu Young Coaches erlernen die jungen Ausbildungsteilnehmer/innen, wie sie Spiel und Fussball als Instrument bei ihrer sozialen Arbeit in den Bereichen Inklusion, Konfliktbewältigung, Gesundheitsprävention etc. einsetzen können. Sport und Spiel wird hierbei sowohl als Selbstzweck, als auch als Mittel zum Zweck im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit betrachtet.
 

30'000 Franken für Zugang zu sauberem Trinkwasser und bessere Selbsthygiene, Niger (SWISSAID)

Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. 80 Prozent der Landesfläche wird von der Sahara bedeckt, die restlichen 20 Prozent liegen in der Sahelzone, in der nur unregelmässig Regen fällt. Entsprechend schwierig gestalten sich die Lebensbedingungen der hauptsächlich von der Landwirtschaft abhängigen Bevölkerung. Ziel des Projektes ist die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen und der Gesundheitslage für Menschen aus 21 Dörfern der Region, dank der Versorgung mit sauberem Trinkwasser und einer verbesserten Siedlungshygiene. Durch Massnahmen zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit und der Kapazitätsentwicklung relevanter lokaler Akteure (Dorfgemeinschaften, Gemeindeverwaltung etc.) wird gewährleistet, dass diese ihre Verantwortung bei der Planung, Umsetzung und dem Unterhalt der Trinkwasserinstallationen und der sanitären Anlagen zielgerecht wahrnehmen können.
 

35‘000 Franken für ein Zentrum für gewaltbetroffene und marginalisierte Mütter und ihre Kinder, Marokko (Christlicher Friedensdienst)

Schätzungen gehen davon aus, dass es in bis zu 80 Prozent aller Familien in Marokko zu verschiedenen Formen von häuslicher Gewalt kommt. Frauen sind gerade in ländlichen Gegenden überwiegend Analphabetinnen, haben keine Ausbildung und werden sozial ausgegrenzt. Ledige, oft minderjährige schwangere Frauen werden von ihren Familien verstossen und vom Staat als Kriminelle verurteilt, da aussereheliche Schwangerschaften von Gesetz wegen eine kriminelle Tat sind. Das Projekt hat zum Ziel, diese Missstände zusammen mit lokalen Partnerorganisationen anzugehen. Gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder, sowie ledige schwangere, oft minderjährige Frauen erhalten soziale, juristische, medizinische und psychologische Unterstützung. Basierend auf einem Ansatz von Hilfe zur Selbsthilfe werden sie dabei begleitet und unterstützt, durch Alphabetisierung und Berufsbildung neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

 
30'000 Franken für Entminungsprojekt in der Demokratischen Republik Kongo (Welt ohne Minen)

In der Demokratischen Republik Kongo sind immer noch rund 1.8 Millionen Quadratmeter Land vermint. Welt ohne Minen unterstützt die lokale Partnerorganisation bei der Identifizierung von kontaminierten Zonen und deren Säuberung. Parallel wird die Bevölkerung sensibilisiert, damit sie besser lernt mit der Gefahr umzugehen. Langfristig tragen sozio-ökonomische Aktivitäten zu einer Verbesserung der Ernährungssicherheit und Bekämpfung von Armut, sowie der Linderung des Migrationsdrucks in andere Länder bei.
 

40'000 Franken für ein Bildungsprojekt Upasshak Phase II, Bangladesch (CO-OPERAID)

Die Chittagong Hill Tracts sind ein Hügel- und Berggebiet im Südosten von Bangladesch an der Grenze zu Myanmar und Indien. Nach dem Untergang des britischen Kolonialreiches wurde das Gebiet Ostpakistan, dem heutigen Bangladesch zugeteilt. Diese Region ist Heimat von elf Stämmen mit rund einer Million Menschen mit tibeto-burmesischer Herkunft. Sie haben dadurch ethnisch und kulturell kaum Gemeinsamkeiten mit der indisch-stämmigen bengalischen Mehrheitsbevölkerung, die dem Islam angehört. Das Projekt hat zum Ziel, Kinder der ethnischen Minderheiten im Berggebiet Bildungschancen zu ermöglichen. Mit dem angefragten Geldbetrag möchte man unter anderem ein Schulkomitee aufbauen, welches die Verantwortung für die Schulen übernimmt, Aus- und Weiterbildung der Lehrerschaft finanzieren sowie Wohnheime mit Heimleiter/innen gründen kann.

30'000 Franken für Turn Hope into Reality, Tansania (More than a Drop Foundation)

Das Berufsbildungsangebot in Tansania ist schlecht. Der Zugang zum bestehenden Berufsbildungsangebot ist insbesondere für Jugendliche der sozial niedrigsten Schichten sehr schwierig. Aufgrund von Ungleichstellung und Diskriminierung haben Frauen dieser sozialen Schichten keine Chance eine Berufslehre zu absolvieren. Der Tourismus in Tansania als Wirtschaftssektor wächst, der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften der Hotellerie-/Gastrobranche ist bei weitem nicht abgedeckt. Ziel des Projektes ist der Aufbau einer innovativen Hotelfachschule, die eine 12-monatige Berufslehre für junge, motivierte Frauen anbietet. Dank der Berufslehre finden schätzungsweise 90 Prozent der Frauen innerhalb von sechs Monaten eine gut bezahlte, geregelte Arbeit in der Wachstumsbranche.
 

25‘000 Franken für eine kommunale Wasserversorgung, Uganda (TearFund Schweiz)

Der Kabale Distrikt liegt im Südwesten von Uganda. Die geologischen Verhältnisse führen dazu, dass das Regenwasser aufgrund der Bodenbeschaffenheit schnell versickert. Die Dorfgemeinschaften bauen ihre Häuser häufig an Hängen und auf den Hügelkuppen, während das fruchtbare Land in den Talsohlen landwirtschaftlich genutzt wird. Die meisten Wasserquellen befinden sich in den Talsohlen und in grosser Distanz zu den Häusern. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung des Zugangs zu Wasser, zur Hygiene und Gesundheitsversorgung von rund 7‘000 Menschen zu leisten. Die Bevölkerung wird einerseits in der Konstruktion von Wasserversorgungssystemen und deren Unterhalt und andererseits durch Schulungen in den Bereichen Hygiene und Gesundheitspflege unterstützt.
 

30‘000 Franken für Mobilisierung und Stärkung der Gemeinschaft gegen geschlechterspezifische und sexuelle Gewalt, Kenia (CSO)

Sexuelle Gewalt gegen junge Frauen ist ein ungelöstes Problem in Kenia, das von politischer Seite mit zunehmend schärferen rechtlichen Bestimmungen angegangen wird. Allerdings haben diese nur eine sehr geringe abschreckende Wirkung. Darüber hinaus werden die komplexen sozialen und wirtschaftlichen Ursachen der Gewalt durch Kriminalisierung alleine nicht gelöst, sondern sie fordern ein grundlegendes Umdenken und Erlernen von neuen, nachhaltigeren Handlungsstrategien der Akteure. Dieses Projekt hat eine Sensibilisierung der wichtigsten Akteure zum Ziel, um sexuelle Gewalt gegen junge Frauen in Kisumu, der drittgrössten Stadt Kenias, zu minimieren. Die ausgewiesenermassen sehr gut verankerte lokale Organisation Civil Society Network arbeitet während zwölf Monaten mit je 150 Jugendlichen (Mädchen und Jungs) in neun Schulen zusammen, und involviert alle beteiligten Behörden und Gemeinschaften. Nebst der Sensibilisierung aller Beteiligten ist das Ziel einerseits, einen Wissenstransfer über die Gesetzgebung und die relevanten Handlungsmöglichkeiten der betroffenen jungen Frauen und ihren Angehörigen, welche durch sozialpolitische Massnahmen gegeben sind, zu ermöglichen. Andererseits, ein gezieltes Zusammenarbeiten mit den Behörden, das die Umsetzung eines menschenrechtlichen Ansatzes bei Vergewaltigung zum Ziel hat, zu initiieren. Damit wird eine sozial und rechtlich breiter abgestützte Prävention ermöglicht, die in der Bevölkerung selbst eine ermächtigende Wirkung hat.