Gemeinsam Richtung Quantencomputer

Die gemeinsame Schnittmenge der Regionen Boston und Basel basiert vor allem auf den Life Sciences, ein Bereich, in dem diese Regionen weltweit führend sind. Etwas im Schatten der starken Life Sciences ist in den vergangenen Jahrzehnten aber in beiden Landstrichen ein anderes Pflänzchen gediehen: die Nanotechnologien (Technologien im Bereich von Millionstel Millimeter).

Beide wollen im Land der Zwerge eine Rolle spielen

Beide Regionen haben das Potential dieser Technologien erkannt und beide verfügen über solide Voraussetzungen, um das Pflänzchen wirklich zum Blühen zu bringen.

In Basel zum Beispiel wird schon seit Jahren Nanotechnologie produziert: Basis ist die hiesige chemische Industrie, die Lacke, Farben, Bestandteile für Solarzellen und vieles mehr produzieren. Ein wichtiger Kristallisationskern neben diesen Firmen ist das Swiss Nanoscience Institute (SNI) an der Universität Basel.

In Boston wiederum gibt es Schätzungen zufolge bereits über 100 Start-Up-Firmen, die sich mit Nanotechnologien beschäftigen. Hier stehen zudem die weltweit bekannten Institutionen Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Harvard.

Basel und Boston: Kein Quantum trostlos

Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass Harvard, MIT und SNI eine enge Zusammenarbeit im Bereich des Quantencomputing pflegen. Man darf behaupten, dass diese Institute hier zur Weltspitze gehören. Ziel der Forschungsanstrengungen ist die Realisierung eines Quantencomputers.

Zugpferde auf Basler Seite sind die beiden Physik-Professoren Daniel Loss und Dominik Zumbühl. Loss hat auf der theoretischen Seite ein Konzept entwickelt, wie ein Quantencomputer funktionieren könnte. Seine Idee zum Bau eines Quantencomputers ist die meistbeachtete wissenschaftliche Arbeit der Universität Basel in den Jahren 1996 bis 2006.
 

«Die Zusammenarbeit zwischen den Regionen Basel und Boston bedeutet in der Nanotechnologie, dass sich zwei Regionen für ein Ziel einsetzen: den Bau eines Quantencomputers», erklärt Loss. «Es bedeutet, dass wir mit unseren amerikanischen Kollegen kollaborativ statt kompetitiv zusammenarbeiten.»

Was bringt ein Quantencomputer?

Ein Quantencomputer würde alle heutigen Rechner in den Schatten stellen – falls er denn je gebaut wird. Ein Quantencomputer würde nicht wie heutige Computer mit 0 und 1 rechnen, sondern könnte aufgrund von quantenmechanischen Überlagerungen eine Vielzahl von Operationen gleichzeitig ausführen. Quantencomputer könnten gewisse Rechnungen, die heute Jahre dauern, innert Stunden lösen. Experten schätzen aber, dass es noch zehn bis zwanzig Jahre dauern wird, bis der Quantencomputer Realität wird.

Vernetzung: «i-net Basel»

Um das Potential der Nanotechnologien in der Region Basel optimal zu entfalten, ist eine Vernetzung unter den verschiedenen Akteuren wichtig (zwischen Forschung, Entwicklung und Produktion). Das Netzwerk «i-net Basel», welches mittlerweile vollumfänglich in die Standortförderung von BaselArea.swiss integriert wurde, unterstützt den Ausbau des Nanotechnologie-Standortes Basel und trägt damit zur Beschleunigung von Entwicklungen bei.

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